Ausbau der Services und Teams am neuen Standort Zörbig

Das neue Gebäude ist logistisch optimal angebunden, modern und funktional. »Ein schönes Objekt, das genau unseren Vorstellungen entspricht«, findet Carsten Glöckner. Vor gut einem Jahr hat der Diplom-Ingenieur die Leitung am ehemaligen Standort Vockerode angetreten. Als Bereichsleiter Turbinen- und Anlagenservice bieten Glöckner und seine insgesamt 60 Mitarbeiter Wartungsarbeiten verschiedener Art im Kraftwerks- und Turbinenbereich, aber auch in verwandten Industrien von Zörbig aus an.

Das Unternehmen gehört zu Veltec, einem führenden europäischen Experten für technische Services in der Prozess- und Kraftwerksindustrie und verfügt über langjährige Erfahrung darin, seinen Kunden die kurz- und langfristige Produktivität und Verfügbarkeit von Industrieanlagen jeder Größe und Komplexität zu sichern. Auch im mitteldeutschen Raum ist Veltec beileibe keine unbekannte Größe, da es vor 2016 als Voith Industrial Services zum namhaften Konzern gehörte, nur der Name Veltec war neu und seit April 2018 auch der Standort. Zuvor war das Unternehmen in Vockerode im Gebäude der früheren Kraftwerksinstandhaltung ansässig. Von dort aus bot der Betrieb seinen spezialisierten Service an.

Die Fachkräfte rücken für diverse Projekte innerhalb Deutschlands aus. Aber auch in verschiedenen mitteleuropäischen Ländern sowie im skandinavischen Raum wickeln die Experten als flexible und mobile Mannschaft zeitkritische Anlagenprojekte ab. Die Entscheidung für Zörbig sei eine langfristige, betont Glöckner. Die Nähe zum industriellen Ballungsraum Bitterfeld habe dabei ebenso eine Rolle gespielt, wie die gute infrastrukturelle Anbindung. Mittelfristiges Ziel sei es, den Standort hinsichtlich der Expertise auszubauen – dabei will Veltec neben der Entwicklung neuer Fachkompetenzen auch personell aufstocken. Turbinenschlosser, Industrie-, Konstruktions- und Anlagenmechaniker sowie Mechatroniker und Elektriker sind bei Veltec in Zörbig angestellt. Hinzu kommt der Ausbau im Bereich »Predictive Maintenance«. Hier bietet die Veltec Gruppe zukünftig Komplettlösungen, angefangen bei der Software über die Nachrüstung von Sensorik bis hin zu der Durchführung der daraus resultierenden Wartungsmaßnahmen, an.

Ab 2019 sollen auch Lehrlinge bei Veltec vor Ort ausgebildet werden. Die notwendigen Rahmenbedingungen seien bereits geschaffen, unterstreicht Glöckner. »Zwei Mitarbeiter haben bereits den AusbilderLehrgang abgeschlossen und wir haben einen Meister mit Ausbildungsberechtigung eingestellt.« Und Glöckner ist optimistisch, dass sein erfahrenes Team durch gezielte Förderung Nachwuchs gewinnen kann. »Es gibt immer noch gute junge Talente«, findet der studierte Ingenieur für Versorgungs- und Umwelttechnik, »man muss sie nur gewinnen«. Das sei heute eine entscheidende Unternehmensaufgabe. »Die Herausforderung besteht aktuell weniger darin Aufträge zu akquirieren als Personal.« Um dies zu bewerkstelligen »versuchen wir attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, unseren Mitarbeitern Weiterbildungsmöglichkeiten je nach persönlichem Bedarf zu eröffnen und berufliche Perspektiven innerhalb des Betriebes zu bieten.« Zudem gebe es auch innerhalb der Veltec Gruppe mit ihren insgesamt 600 Mitarbeitern Chancen eine Karriere als Projekt- oder Bauleiter zu starten und Fachkenntnisse branchenübergreifend zu erweitern.

Das Kerngeschäft in Zörbig hat saisonale Schwerpunkte. Man habe quasi »ein Sommer- und ein Wintergeschäft«, beschreibt Glöckner die Arbeitsanforderungen. Die Bewältigung der Aufgaben im Anlagenservice, insbesondere in den Asphaltmischwerken, erfolge vor allem in der kalten Jahreszeit zwischen November und März, für den Service bei Gas- und Dampfturbinen seien dagegen die Sommermonate Stoßzeit. »Das ergänzt sich gut.« Doch ob Sommer oder Winter: Die Wartungsarbeiten erfordern alle ein hohes Maß an Flexibilität – auch geographisch. »Wir sind eine Montagefirma«, unterstreicht Glöckner. Etwa 80 Prozent der Tätigkeit entfalle auf diesen Bereich. Um diese Anforderungen für die Mitarbeiter weiter attraktiv zu gestalten, tue das Unternehmen selbst, was möglich sei. Gleichwohl sieht Carsten Glöckner hier die Politik gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Richtsätze etwa für Übernachtungspauschalen und Verpflegungsmehraufwendungen hätten sich seit 2002 nicht geändert. Hier seien Nachbesserungen dringend angezeigt.

Insgesamt beurteilt der gebürtige Oschatzer das Arbeitsklima bei Veltec als gut und die Arbeit als attraktiv, vielseitig und herausfordernd. Er selbst sei sehr zufrieden mit seinem Arbeitsplatz, betont Carsten Glöckner. Es sei eine »interessante Aufgabe, ein Unternehmen weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen zu meistern. Schließlich gelte es ständig, auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren. Durch die Energiewende hätten sich etwa die Anforderungen an die Wartung von Anlagen, insbesondere von Turbinen, deutlich geändert. »Da konnten wir uns erfolgreich neu ausrichten«. Dass der 42-Jährige, der erst vor gut einem Jahr die Nachfolge des langjährigen Leiters der Veltec Niederlassung übernommen hat, solcherlei Herausforderungen nicht scheut, ist spürbar. Dass er die Weiterentwicklung des Zörbiger Betriebes mit Engagement und umfassendem Know-how angeht ebenfalls. Schließlich soll die Mitarbeiterzahl ja auch von 60 auf 80 anwachsen. Seit Anfang des Jahres wurden bereits fünf Mitarbeiter eingestellt, derzeit werden Schweißer, Industriemechaniker und Mechatroniker gesucht.

Werkstadt Magazin, Stefanie Hommers